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Spende der Alfred und Helga Barnhusen Stiftung

Frau Barnhusen

Die Veränderungen, die in den letzten Monaten im Schulgebäude stattfanden, sind wahrscheinlich jedem sofort ins Auge gefallen. Die Wände des Z Bereichs, sowie der Flur vor den Informatikräumen erhielten einen neuen Anstrich, das Krankenzimmer wurde neu gestaltet und in einigen Klassenräumen verschwanden alte Tische und Stühle, neues Mobiliar erschien an ihrer Stelle. Möglich gemacht wurden diese Maßnahmen durch eine großzügige Spende der Alfred und Helga Barnhusen Stiftung. Am Dienstag dem 8. April 2008 gab uns Frau Barnhusen die Möglichkeit, nach einer kurzen Führung zu den Orten des Geschehens, sie zur Wirkungsweise ihrer Stiftung zu befragen. Bei diesem Gespräch ebenfalls anwesend waren Herr Schuhmacher-Conrad, Herr Eusterholz sowie Frau Steeger, eine Mitarbeiterin der Stiftung.


Was ist die Alfred und Helga Barnhusen Stiftung?


Frau Barnhusen:

Mein Mann und ich haben gesagt: „wir wollen Kindern die Möglichkeit geben vor allen Dingen etwas zu lernen“, weil dies nun einmal das Allerwichtigste ist um im heutigen Leben bestehen zu können. Deswegen haben wir diese Stiftung gegründet. Mein Mann ist leider vor zwei Jahren gestorben, aber da lief die Stiftung bereits seit einem Jahr. Nur hatten wir sie bis dahin noch nicht in festen Vorstellungen und Bahnen. Unser Anliegen ist eben Kindern die Möglichkeit zu geben vor allen Dingen zu lernen, weil dies nun einmal das allerwichtigste ist um im heutigen Leben bestehen zu können. Es hat sich ja alles sehr verändert, die ganzen Berufe die man früher hatte gibt es heutzutage zum Teil nicht mehr und da meine ich ist der Kopf das Wichtigste. Das da etwas drin ist, dass man gebrauchen kann. Aber auch kleinere Kinder unterstützen wir: Kinderheime, die mit dem Geld in Urlaub fahren, was ihnen sonst nicht möglich wäre. Was haben wir denn noch für Einrichtungen, Frau Steeger?

Frau Steeger:

Die Bleibergquelle, die Unterstützung der Quellenzwerge, und des Elternverbandes für Chancengleichheit, bei welchem Kinder mit Migrationhintergrund ab dem 18. Lebensmonat eine Sprachförderung erhalten, damit diese Kinder also so früh wie möglich die deutsche Sprache erlernen können. Die Mütter werden hierbei mit hinzu genommen, so dass dann auch zu Hause Deutsch gesprochen wird. Bei den Quellenzwergen ist es so, dass auf der Schule Bleiberg auch Schülerinnen sind, die normalerweise ihre Ausbildung aufgrund von Schwangerschaften hätten abbrechen müssen. Und damit sie dort ihre Ausbildung trotzdem fortsetzen können, werden die Kinder in einem Kindergarten, der sich Quellenzwerge nennt, betreut. Die Schülerinnen haben nach Schulschluss die Möglichkeit ihre Kinder wieder abzuholen. Diese Institutionen erhalten von uns monatlich feste Beträge, damit sie ihre Arbeit sorfältig verrichten können.

Frau Barnhusen:

Ja und dann haben wir noch drei Kinder an der neuen Gesamtschule, deren Eltern das Schulgeld nicht bezahlen können. Diese Kinder unterstützen wir, da sie hochbegabt sind. Der Gesamtschule haben wir auch neue Mikroskope gespendet. Das sind so die Dinge von den wir uns vorstellen, dass wir doch einiges dazu beitragen können, dass Kinder vernünftig lernen und auf das Leben vorbereitet werden können.

 

 

Könnten Sie erklären wie die Stiftung im Groben aufgebaut ist?


Frau Steeger:

Unsere Stiftung wird gespeist aus zwei Industrieparks, welche die Eheleute Barnhusen zuvor besessen haben. Das war zum einen das alte Gießereigelände auf der Langenbergerstraße. Dieses ist umgewandelt worden in kleinere Gewerbebetriebe. Zudem haben die Eheleute Barnhusen aus dem übrig gebliebenen Kapital noch Grundstücke erworben in der Borsigstraße, welche heute unseren zweiten Gewerbepark bilden. Unsere Stiftung wird also gespeist aus den Mieteinnahmen von diesen beiden Gewerbeobjekten. Was wir dort an finanziellen Überschüssen erwirtschaften, kommt voll und ganz der Stiftung zugute. Diesen Überschuss können wir dann entsprechend umsetzen in unsere Projekte oder aber an die einzelnen Dinge die wir als „unterstützungswürdig“ empfinden.

 

Das private Vermögen der Eheleute ist, wenn man so will, praktisch ganz der Stiftung gespendet worden. Das bedeutet also, wir machen keinen Gewinn, niemand steckt sich die Taschen voll. Das Geld welches reinkommt, wird völlig dem Stiftungszweck zur Verfügung gestellt.

 

Sie haben sich also bewusst zu einer solchen Form einer sozialen Einrichtung entschieden, damit sie einen Überblick behalten können, an wen das Geld geht? Auch damit nicht solche Vorwürfe aufkommen können, wie zum Beispiel bei UNICEF in den letzten Monaten.

 

 

Frau Barnhusen:

Wir wollten es selber in der Hand haben, weil wir wissen wollten ob alles korrekt läuft. Ich möchte nicht, dass dann später so Schindluder damit betrieben wird, wie man es eben immer wieder hört. Was da wirklich passiert ist weiß ich nicht, aber hier sind es klare Verhältnisse und die sollen auch so bleiben. Denn so groß ist unsere Stiftung ja nicht, wir sind schließlich nur auf den Raum Velbert beschränkt.


Frau Steeger:

 

Das steht auch in unserer Satzung, dass wir nur im Velberter Raum entsprechend fördern dürfen. Das haben die Eheleute Barnhusen in ihrer Stiftungssatzung so festgelegt und da können wir bspw. nicht einfach ein Projekt in Afrika unterstützen.

 

Wie werden Sie denn auf finanzielle oder materielle Engpässe aufmerksam? Richten sich die betroffenen Stellen an Ihre Stiftung oder suchen Sie, bzw. Ihre Mitarbeiter gezielt nach diesen

 

Frau Steeger:

Das ist ganz unterschiedlich: Wir werden von denen angesprochen, die von uns schon gehört haben.

Frau Barnhusen:

Wenn in Velbert irgendetwas ansteht, wie auch z.B. hier bei Ihnen, dann machen wir das, wenn wir können und wenn es eben nur Jugend und Kinder betrifft. Also nicht, wenn uns z.B. ein Seniorenheim schreibt. Das wollten wir nicht. Wir wollten speziell die Jugend ansprechen.

Herr Eusterholz:

Hier war es aber so das wir angesprochen wurden!

Frau Steeger:

Ja, weil ich ja genau wusste, dass hier Bedarf besteht, da mein Sohn hier auf die Schule geht. In den letzten Jahren habe ich das selber häufig mitbekommen, weil wir schon mal einen Klassenraum selbst gestrichen haben. Da wusste ich ganz einfach, dass das Geld für diese Arbeiten hier nicht so vorhanden ist. Und da haben wir mal nachgefragt

 

 

Haben Sie sich auch früher bereits karitativ betätigt?

 

Frau Barnhusen:

Ja, wir haben zum Beispiel das Kinderheim Brangenberg betreut, mein Mann bereits seit 15 Jahren. Und die bekamen jedes Jahr eine große Spende um in Urlaub zu fahren. Es hat sich in Deutschland nie ein Bauernhof gefunden der diese Gruppe aufnehmen wollte und da hat sich in Österreich ein Hof bereit erklärt. Jetzt dürfen die Kinder jedes Jahr dorthin fahren.

 

 

Erhalten sie auch Einblick darin, was ihre Spenden an den betreffenden Stellen bewirken können? Erhalten Sie Rückmeldungen von den Kindern?

 

Frau Barnhusen:

Ja, wir bekommen zu Weihnachten und Ostern immer ganz entzückende, vor allem von den kleineren Kindern, gemalte Bilder und Karten. Und jetzt vor kurzem kam ein Pastor, der mir zu Ostern einen Korb gebracht hat, mit Blumen und auch wieder gemalte Sachen. Und das Dankeschön freut einen auch immer.

 

 

 

Zur Worterklärung „Stiftung“

Eine Stiftung ist eine Einrichtung, die mit Hilfe eines Vermögens einen vom Stifter festgelegten Zweck verfolgt. Dabei wird in der Regel das Vermögen auf Dauer erhalten, und es werden nur die Erträge für den Zweck verwendet. Stiftungen können in verschiedenen rechtlichen Formen und zu jedem legalen Zweck errichtet werden. Die meisten Stiftungen werden in privatrechtlicher Form errichtet und dienen gemeinnützigen Zwecken.

 

Eine Stiftung hat in der Regel eine Satzung, die unter anderem die Zwecke und die Art ihrer Verwirklichung festschreibt. Nach außen wird die Stiftung von einem Vorstand vertreten (der auch anders bezeichnet sein kann).

 

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Stiftung

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