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Die Geschichte des Nikolaus-Ehlen-Gymnasiums

Im Jahre 2000 feierte das NEG seinen fünfzigsten Geburtstag!
“Den fünfzigsten Geburtstag?” hat damals sicherlich der ein oder andere Velberter Bürger gefragt. “Das Gymnasium stand doch schon vor dem Krieg an seinem alten Platz.” “Mein Vater hat doch da schon 1939 sein Abitur gemacht.” “Nein, nein”, meint ein anderer, “ich weiß genau, es ist noch keine zwanzig Jahre her, da gab es doch eine große Feier zur Gründung des Nikolaus-Ehlen-Gymnasiums.”  (Hier übrigens irrt der Sprecher. Es war nicht die Gründung, sondern nur die Umbenennung des Gymnasiums nach einem verdienten ehemaligen Lehrer unserer Schule und Ehrenbürger unserer Stadt.) Trotz alledem, es schien zumindest bei einigen Bürgern Velberts leichte Irritationen über die Feier des fünfzigjährigen Bestehens unserer Schule gegeben zu haben. War es doch auch alles andere als feierlich, als mit dem Schuljahresbeginn 1950/51, auch noch genau am ersten April 1950, ein eigenständiges Mädchengymnasium Velbert als Abspaltung des damaligen Städtischen Gymnasiums und Studienanstalt, so der genaue Name zwischen 1945 und 1950, vom Kultusministerium NRW genehmigt wurde und somit genau 312 Schülerinnen den Grundstock für die nunmehr fünfzigjährige Geschichte unserer “Anstalt” legten.
Die ersten Jahre ihres Bestehens mussten diese Schülerinnen sich allerdings noch das Gebäude mit der “Männlichkeit” teilen. Und damit auch ja alles seine Ordnung hatte, in umschichtiger Form, mal morgens, mal nachmittags, dann zur Belohnung allerdings auch  nur im 40-Minuten-Takt.
Die höhere Schule, die so Ostern 1950 in Velbert ins Leben gerufen wurde, war aber wirklich eine völlige Neugründung. Trotzdem besteht natürlich eine Verknüpfung mit den früheren hier vorhandenen Schulen. Weil diese  Wegbereiter für unser NEG waren, erscheint es sinnvoll und billig, an dieser Stelle einen kurzen Überblick über die Entwicklung des Velberter Oberschullebens zu geben:

Erste Pläne zu einer höheren Privatschule sollen bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts vorgelegen haben. Es ist allerdings für uns heute aus der Quellenlage nicht ersichtlich, ob damals wirklich eine Schule ins Leben gerufen worden ist. Hält man sich an die Akten, so findet man erst unter dem 22. Mai 1843 eine Urkunde, in der sich acht Bürger der Stadt verpflichten, für ein Jahr 237 ½ Taler aufzubringen, um 12 Mädchen durch eine Lehrerin aus Bonn, Fräulein Krone, in den Fächern “weibliche Handarbeit, französische Sprache und sonstige übliche Unterrichtsfächer” ausbilden zu lassen. Ein Jahr später, 1846, wurde zwischen dem Schulamtskandidaten Ewald von Werth aus Burg an der Wupper und sechs Velberter Bürgern ein ausführlicher Vertrag über die Errichtung einer neuen höheren Privatschule abgeschlossen; wahrscheinlich die endgültige Verwirklichung des Plans von 1843. Der Vertrag mit dem Lehrer läßt darauf schließen, dass nicht nur Mädchen sondern auch Jungen in die neue Schule aufgenommen werden sollten. Was weiter geschah, liegt größtenteils im Dunklen und kann nur erschlossen werden. Da in den Akten der Stadt in den nächsten Jahren keine höhere Schule erwähnt wird, kann man wahrscheinlich lediglich von einem rein privaten Charakter der höherem Schule in diesen Jahren vor 1900 ausgehen.
Der oben dargestellte erste Versuch hatte also offensichtlich keinen langen Bestand, so dass bereits zehn Jahre später, 1856, ein zweiter Versuch in Richtung Oberschule unternommen wurde, aber auch diese Schule  endete nach manchem finanziellen Hin und Her und nach mehrmaligem Lehrerwechsel im Jahre 1862. Auch ein weiterer Versuch, im Jahre 1863, endete ohne Erfolg. Erst Ostern 1875, also wenige Jahre nach Gründung des Kaiserreichs, wurde aufgrund eines Stadtverortnetenbeschlusses vom 31. 10. 1874 ein erneuter Versuch zur Gründung einer städtische Oberschule gestartet, und zwar wurde die bisher bestehende 5-klassige Volksschule als  neue Rektoratsschule eingerichtet. 24 Jungen und Mädchen bestanden hierzu die Aufnahmeprüfung. Das Schulgeld für die neue Schule betrug übrigens je nach Steuerstufe zwischen 36 und 75 Mark. Diese Schule lehrte allerdings  nur eine Fremdsprache und zwar Französisch. Mit wachsendem wirtschaftlichen Aufstieg jedoch  musste  diese Schule, den Bedürfnissen der anwachsenden Stadt entsprechend, unbedingt umorganisiert werden. Es dauert dennoch bis 1887, ehe die Rektoratsschule dann von der Volksschule getrennt wurde. 1898 bezog sie mit nun schon drei Klassen und 87 Schülern den Neubau an der damaligen Kaiserstraße.
Das Tempo im Anwachsen der Stadt (1890 =  13932 Einwohner,  1900 = 16 691 und das bei gleichzeitiger Abtrennung von Heiligenhaus) machte die Schaffung neuer weiterer Schulklassen aber immer  notwendiger.
Der Plan der Stadt war es, die bestehende nun vier-klassige Rektoratsschule zu einem Realgymnasium mit Lateinanfangsunterricht auszubauen. So fasste am 3. 12. 1901 die Stadtverordnetenversammlung den Beschluss, ein Realgymnasium zu errichten, vorausgesetzt, dass diesem ein jährlicher Staatszuschuss von mindestens 10 000.- Reichsmark gewährt werde. Am 6. 2. 1902 wurde der entsprechende Antrag an das Provinzialschulkollegium in Koblenz eingereicht. Das Ministerium genehmigte die neue Schule am 24. 2. 1903, allerdings musste der Aufbau von Sexta (Klasse 5) an neu beginnen, da die bestehende Rektoratsschule als Grundlage eines Ausbaus nicht ausreichend erschien. Ein Staatszuschuss von 7000,- Mark wurde gewährt. Ostern 1903 wurde der Unterricht mit 41 Sextanern begonnen.
Eine Bedingung für die Genehmigung der Schule war, dass in absehbarer Zeit ausreichende und hinlänglich ausgestattete Räumlichkeiten bereitgestellt würden. 1904 begann man mit der Ausführung. Im Januar 1906 konnte das Gebäude am damaligen Floraplatz, später Hindenburgplatz, heute  Friedrich-Ebert-Straße mit einem Kostenaufwand von gerade einmal 310 000 Mark bezogen werden. Das verkehrstechnisch optimal zentral gelegene Grundstück wurde übrigens der Stadt Velbert von den Erben Bleckmann unentgeltlich zur Verfügung gestellt, was uns heute bei dieser Lage kaum mehr vorstellbar mutet. Drei Jahre später wurde der Nordflügel an der heutigen Blumenstraße angebaut, und so blieb die Schule zusammen mit Turnhalle und Direktorenwohnung in Ihrem Aussehen bis 1952 unverändert.
In den folgenden Jahren wurde die Schule zur “Vollanstalt” ausgebaut. Die im Jahre 1911 beantragte Zulassung auch von Mädchen zum Unterricht der oberen Klassen wurde (erst) mit Beginn der Weimarer Republik 1919 genehmigt. Auch wurden bereits in dieser Zeit beratende Elternbeiräte eingerichtet.
Gegründet wurden weiter ein Schülerturnverein, ein Schulorchester, eine Ruderriege und eine Schulgruppe des Vereins für das Deutschtum im Ausland (“Der Traum von den verlorenen Kolonien”).
Aus Geldmangel beschließt die durch die Weltwirtschaftskrise stark gebeutelte  Stadt im Jahre 1931 das “Realgymnasium mit Realschule” und  ein erst seit Anfang  der zwanziger Jahre bestehendes “Lyzeum”
(für Mädchen) zusammenzuschließen. In den mittleren und oberen Klassen fand von jetzt ab auch erstmals eine Koedukation statt. Von 1933 an hat Velbert dann nur noch ein Gymnasium.
Die nun folgenden eher dunklen Jahre der Schule zeugen von einer immer stärkeren Einbeziehung des gesamten Schulalltags in die nationalsozialistische Jugendarbeit. Höhepunkt dieser Entwicklung ist in der Namengebung “Ulrich von Hutten Schule” am 20. 4. 1940 zu sehen.
Unmittelbar nach dem Krieg, 1945, trägt unsere Schule dann den Namen “Städtisches Gymnasium und Studienanstalt”. In Unter- und Mittelstufe wird versucht, die Jungen und Mädchen getrennt zu unterrichten. In der Oberstufe wird die seit 1933 bestehende Koedukation weitergeführt. Aber in den folgenden Jahren wird in Velbert der Ruf nach einer eigenständigen, auf die Bedürfnisse der Mädchen abgestimmte Oberschule immer lauter. So läßt sich dann auch  zu Beginn des Jahres 1950 folgende Information in der Velberter Presse so wie im Stadtarchiv finden:
 “Um auf dem Gebiet der Jugenderziehung und der Mädchenbildung die Möglichkeit einer eigenständigen Entfaltung der verschiedenen Anlagen von Knaben und Mädchen zu ermöglichen, beschloss die Stadtvertretung am 10. 01. 1950 einstimmig, Gymnasium und Studienanstalt zu trennen und eine selbständige Höhere Mädchenschule zu errichten.”  Das Kultusministerium genehmigt von Beginn des Schuljahres 1950 (1. 04. 1950) die Trennung.  Velbert hat nun nach 1933 zum ersten Male wieder zwei höhere Schulen.
Im selben Jahre (1950) entscheidet sich in einer Abstimmung auch die Elternschaft mit großer Mehrheit für diese neue Schule.
Am 1. 06. 1950 wird Frau Dr. Martha Lindemann (zuletzt Lehrerin in Bremen-Vegesack, aber gebürtig im Bergischen Land)  erste Schulleiterin des neuen Mädchengymnasiums Velbert.
1950 hat die Oberstufe des Gymnasiums lediglich 21 Schülerinnen in drei Klassen, die Genehmigung einer Oberstufe wird deshalb zunächst von der Schulbehörde nur für 5 Jahre erteilt.
Ab dem 3. April 1951 heißt die Schule nun per Beschluss des Schulausschusses kurz und knapp: “Städtisches neusprachliches Mädchengymnasium” In diesem Beschluss der Stadt Velbert heißt es interessanter Weise “die Einführung der neusprachlichen Form (auch mit der Anfangssprache Latein) entspreche der wirtschaftlichen Struktur Velberts, denn  moderne Sprachen seien wichtig für die exportierende und aufstrebende Industrie.
Der Unterricht der beiden Gymnasien findet allerdings bis zur Fertigstellung des neuen Gebäudes an der Poststraße (1964) im alten  Schulgebäude an der Friedrich-Ebert-Straße statt und zwar zunächst umschichtig morgens sechs Unterrichtsstunden zu 45 Minuten und nachmittags sechs Unterrichtsstunden zu 40 Minuten (strikte Trennung nach Jungen und Mädchen!)
1954 hat die Oberstufe nun schon 61 Schülerinnen, der Rat stimmt deshalb am 29. 03. 1955 der endgültigen Errichtung der Oberstufe zu, das Mädchengymnasium erhält damit erst im Jahre 1955 seine volle Selbständigkeit

In den nun folgenden Jahren erobert sich das Mädchengymnasium, besonders auch wegen der großen Zahl an Festen, zu nennen seien hier vor allem die traditionsreichen Sommer- und Winterfeste (später Adventfeste) sowie die in der Presse vielfach gelobten Tage der Hausmusik, ihren eigenständigen Platz in der Velberter Gesellschaft. Auch sportliche Erfolge lassen nicht auf sich warten, wie z. B. die zweimalige Landesmeisterschaft der Mädchengymnasien NRW 1954 und 1955 im “Korbball”. In der Presse der nächsten Jahre werden weiter immer wieder die “eindrucksvollen” Abschiedsfeiern für die Abiturientinnen hervorgehoben. Eine Tradition übrigens, die unsere Schule im Gegensatz zu so manchem anderen Gymnasium im Umfeld bis auf den heutigen Tag nicht vergessen hat. Man denke in diesem Zusammenhang nur an die wirkliche gelungenen Feiern der letzten Jahre.
Nicht zuletzt aber wurde der Neubeginn geprägt durch die große Persönlichkeit Nikolaus Ehlens, dem Ehrenbürger Velberts und heutigen Namenspatron der Schule, der, obwohl schon am 23. März 1952 in den verdienten Ruhestand gegangen, durch sein langes Wirken (1919 -1952) den Geist der Schule maßgeblich mitgeprägt hat.
Doch kommen wir zurück zu unserem Schulgebäude. Wie ja schon gesagt, wurden Jungen und Mädchen umschichtig, getrennt nach Geschlechtern, morgens bzw. nachmittags unterrichtet. Da dies auf die Dauer  allen Beteiligten als untragbar erschien, so war es z. B. nicht möglich/erlaubt, den Schülern des Nachmittagsunterrichts Hausaufgaben aufzugeben,  wurde schnell beschlossen, einen einfachen, kostengünstigen, aber  funktionellen Erweiterungsbau zu errichten.  Baubeginn für den noch heute gleich aussehenden Zwischenbau (damals zwischen Schule und Direktoriumswohnung gelegen)  war im Oktober 1952; am 18. Juli 1953 konnte der in Rekordbauzeit fertiggestellte Anbau dann auch schon bezogen werden. Der Unterricht konnte nun endlich bis auf wenige Ausnahmen auf den Vormittag beschränkt werden.
Im selben Jahr übrigens, schon am 20. März 1953, beging das Jungengymnasium, wie aus den Akten zu ersehen ist, zusammen mit den Mädchen, die Festlichkeiten zu seinem fünfzigjährigen Bestehen. Alle Schüler der Schule, auch die Mädchen, hatten zur Belohnung am nächsten Tag (21. März) schulfrei. Wie man sieht, funktionierte das Zusammenleben der beiden Schulen unter einem Dach doch recht nutzbringend. 
Die Diskussion über die Raumfrage blieb allerdings ein Dauerbrenner in Presse und Öffentlichkeit. Im Jahre 1957 beschäftigte sich dann auch wieder der Schulauschuss mit diesem Problem, und im folgenden Jahr, 1958, wurde per Ratsbeschluss der Neubau eines Gymnasiums  zwischen Böckler- und Birkenstraße endgültig Realität. Jedoch dauerte es noch eine ganze Zeit bis gegen alle Widrigkeiten, u. a. auch den Widerstand der angrenzenden Bewohner, der Neubau für ein auch räumlich getrenntes Jungengymnasium fertiggestellt werden konnte. So durfte nun das Mädchengymnasium Ostern 1960, immer noch zusammen mit der männlichen Begleitung, sein bescheidenes zehnjähriges Bestehen feiern. Konnte man doch nunmehr immerhin auf die stolze Zahl von 153 junge Damen zurückblicken, die bis dato hier ihr Abitur bestanden hatten. Anläßlich dieses ersten wirklich großen Festes unserer Schule führte eine Gruppe von Schülerinnen im damaligen Rheinischen Hof die   Schuloper “Die Wunderuhr” von E. Werding auf. Geht man den Ausführungen der Presse so wie Zeitzeugen nach, ein wirklich hervorragendes Ereignis in unserer Stadt.  
Doch auch andere, eher kuriose Meldungen vermag das Studium der damaligen Presse mit sich zu bringen, so wird in Velberter Zeitungen im Oktober 1961 von wahrer “Völlerei” hinsichtlich der Ausgaben der Schulen gesprochen. Da  wird z. B. in großen Lettern angeprangert, dass das Mädchengymnasium einen Stereoplattenspieler für 498  Mark, ein Tonbandgerät für sage und schreibe 671 Mark, ein Kleinklavier für 2100 Mark, eine große (!) Stoppuhr für 470 Mark und letztlich einen Experimentiertisch für  1038 Mark angeschafft habe. Ironisch wird hierzu gefragt, wozu eine Mädchenschule all dies benötige, werden dort wirklich solche sportlichen Hochleistungen und Weltrekorde gelaufen, die eine große (!) Stoppuhr für 470 Mark benötigen? Überlegungen, die im heutigen Medien- und High-Tech-Zeitalter schmunzeln lassen, ... aber ist es heute nicht trotzdem genauso, wenn nötige Gelder ausgegeben werden sollen? Wartet  Fachschaft XY nicht auch heute auf die nötigen Materialien und kritisiert nicht auch heute noch die eine die andere Seite wegen ihrer Ausgaben. Wenn man allerdings den weiteren Ausbau unserer Schule, die weiteren Anschaffungen usw. ehrlich betrachtet, so sind wir in letzter Zeit doch ganz gut “weggekommen” (s. u.).
1961 kann es dann endlich mit dem  Beginn des Neubaus  an der Poststraße losgehen, und drei Jahre später im November 1964 findet der Umzug des Jungengymnasiums von der Friedrich-Ebert-Straße  an die neue Adresse statt. (Heute übrigens Gesamtschule Velbert)
Ein anderer wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Schule ist sicherlich der erste Schüleraustausch mit einer Partnerschule im Ausland. Am 11. September 1964 kamen die ersten 19 französischen Schülerinnen, im Alter von vierzehn bis achtzehn Jahren zusammen mit ihrer Begleiterin Mademoiselle Louart in Velbert an. Damals war die französische Partnerstadt noch nicht Châtellerault, sondern die im Nordosten Frankreichs gelegene Stadt Liévin. Die offizielle Begrüßung fand am nächsten Tag in der Aula des damaligen Mädchengymnasiums statt. Sämtliche Schülerinnen des Gymnasiums standen vom Eingang bis zur Aula mit Blumen Spalier, woran sich die damals  große Bedeutung dieses Ereignisses ablesen läßt. Während der Feier bedankte sich die damalige Direktorin der Schule, Frau Dr. Lindemann, bei allen, die den Austausch möglich gemacht hatten.. Außerdem sei die Schule nun international geworden, da neben dem Besuch aus Frankreich auch ein Lehrer aus Amerika an der Schule tätig sei. Zum Abschluss der Feier boten Schülerinnen des Gymnasiums einige Szenen aus dem Stück “Der kleine Prinz” auf Französisch dar. Am darauffolgenden Morgen wurden die französischen Schülerinnen von dem damaligen Bürgermeister Bäumer im Rathaus empfangen. Bäumer meinte in diesem Zusammenhang unter anderem, dass man die belastende Vergangenheit der beiden Länder durch Taten für die Zukunft ausschließen könne. Anschließend trugen sich die Besucherinnen in das Gästebuch der Stadt ein. Insgesamt blieben die Französinnen drei Wochen in Velbert, in denen sie viele Ausflüge machten und sich mit ihren Gastfamilien anfreundeten. Ein Brückenschlag in ein anderes Land war so geschlagen, der später dann mit Châtellerault eine Tradition begründete, die bis auf den heutigen Tag fester Bestandteil unseres schulischen Alltags geblieben ist.
Nach der Pensionierung  von Frau Dr. Lindemann, die in hervorragender Weise den Neubeginn der Höheren Mädchenschule mitgetragen und geprägt hat und in den ersten 15 Jahren die Geschicke der Schule durch so manche Stürme sicher gelenkt hat, wird nun im Jahre 1965 Ingeborg Retzlaff neue Schulleiterin des Mädchengymnasiums.
Allerdings kann sie nur noch ganze sieben Jahre über eine rein weibliche Schülerschar “herrschen” denn am 1. 08. 1972, mit Beginn des Schuljahres 1972/73 beginnt dann auch in Velbert, wie in ganz  NRW, die schon lange angestrebte Koedukation. Nach der schulischen Trennung 1950 und der räumlichen 1964 besuchen von jetzt ab zum ersten Mal auch wieder männliche Schüler den Unterricht an unserer Schule. Wenn man nur den Zahlen nachgeht, zwar erst recht zaghaft, doch finden wir bald in den meisten Klassen ein recht ausgewogenes Bild zwischen den Geschlechtern. Fragt man allerdings unsere Männlichkeit, so fühlt sich doch der eine oder andere, zwar mit einem verschmitzten Grinsen, ansonsten aber völlig glaubwürdig (?) von seinen weiblichen Mitschülerinnen unterdrückt, zurückgesetzt und “total” an der Mitarbeit gehindert!
Eine Kuriosität übrigens noch am Rande: Als damals im Jahre 1971 die Koedukation  angekündigt wurde, fuhren, wie verschiedensten Pressemitteilungen zu entnehmen ist, eine ganze Reihe von Eltern “wutschnaubend zur Provinzialschulbehörde nach Koblenz, um diesen Skandal doch noch zu verhindern”. Die Eltern waren der Meinung, “dass Jungen und Mädchen unterschiedliche Lebensaufgaben hätten und darum ein gemeinsamer Unterricht nicht sinnvoll erscheine”. Doch diese Meinung einiger Eltern war “zum Glück  längst überholt und passte nicht mehr ins moderne Weltbild”, so zumindest die damalige einstimmige Meinung in der Velberter Presse. Interessant ist es in diesem Zusammenhang sicherlich, wenn auch nur  am Rande darauf hinzuweisen, dass heute, im Jahre 2000 auf einmal, wenn auch nur zaghaft, so aber doch auf dem Vormarsch, einige Stimmen wieder laut werden, die davon sprechen, dass eine getrennte Unterrichtung von Jungen und Mädchen, zumindest in einigen naturwissenschaftlichen Fächern, gar nicht so übel wäre. - So ändern sich Zeiten und Meinungen. - Aber wie dem auch sei, mit dem Schuljahr 1972/73 betraten jedenfalls wieder männliche “Zöglinge” unsere Anstalt.
Der gleichzeitig nötig gewordene  neue Name der Schule  lautete von jetzt an schlicht und einfach nur noch: “Städtisches Gymnasium  Friedrich-Ebert-Straße” - nicht gerade besonders einfallsreich, wie schon damals viele Velberter meinten und auch ohne zu zaudern in der Presse verkündeten.
Immerhin neun Jahre hielt es Frau Retzlaff - bis zu ihrer Pensionierung am 21. Februar 1981- doch noch ganz gut mit diesem “Skandal” (s. o.) an der Schule aus.
Nachfolger und neuer Direktor des Gymnasiums wurde nun mit  Dr. Jürgen Wetschky endlich auch ein Mann, vielleicht eine späte Folge der “skandalösen” Koedukation. Unter ihm fand dann auch schnell ein für unsere Schule ausserordentlich wichtiger Einschnitt statt:
Dass der rein willkürlich und nur nach einer Straße ausgewählte Name (s. o.) auf Dauer nicht befriedigen konnte, muss eigentlich jedem klar sein; und so kam es auch schnell zu einer regen Diskussion, nicht zuletzt auch angeregt durch die Velberter Presse, über eine Neubenennung der Schule; und lag es dann nicht nahe,  auch nach einem großen Sohn des Gymnasiums Ausschau zu halten, der als würdiger Namenspatron dienen konnte? So war letztlich gar nichts anders möglich, als die Schule am 23. 02. 1982  nach dem ehemaligen Lehrer der Schule und Ehrenbürger Velberts “Nikolaus-Ehlen-Gymnasium” zu nennen. Über unseren Namenspatron, den “Siedlervater” Nikolaus Ehlen, wird an anderer Stelle dieser Schrift noch eingehend zu lesen sein.
Etwas schwierig und auf den ersten Blick auch wirr wurde es dann wieder 1994, als mit einem Schlag der Schulleiter Dr. Wetschky und sein Stellvertreter, Herr Kirchhof gleichzeitig die Schule verließen. Der eine, um in den verdienten Ruhestand einzutreten, der andere, um an seine alte Schule zurückzugehen. Dass die Schule das nun folgende Jahr ohne Blessuren und Gesichtsverluste überstand ist sicherlich in besonderem Maße Herrn Hollenbach zu verdanken, der in seiner ruhigen zurückhaltenden, aber immer kompetenten Art dieses “Interregnum” geradezu vorbildlich überbrückte. Ein wenig grotesk wurde die Situation dann 1995, als in der Schule, beinahe nach römischem Vorbild kurzfristig nebeneinander das Triumvirat Hollenbach (Interimsschulleiter), Schumacher-Conrad (neuer stellvertretender Schulleiter) und Kunze (neuer designierter, aber noch nicht im Amt befindlicher Schulleiter) auftraten. Über mögliche Kompetenzstreitigkeiten ist jedoch nichts bekannt geworden. 
Als neuer Schulleiter  übernahm dann im Sommer 1995 Oberstudiendirektor Michael  Kunze dieses ehrenvolle Amt. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Schule immer größer und moderner. So wurde im Herbst 1996 die schon seit langem benötigte neue Turnhalle auf dem unteren Schulhof in Angriff genommen und in Rekordzeit von einem Jahr fertiggestellt. Und auch der längst fällige Erweiterungsbau für die mittlerweile aus wirklich allen Nähten platzende Schule konnte mit einer feierlichen Grundsteinlegung am 1. Juli 1998 begonnen und zur 50-Jahr-Feier im Jahre 2000 rechtzeitig fertiggestellt werden.
Am 1. 08. 2001 löst Herr Schumacher-Conrad den in Pension gehenden Schulleiter Kunze an der Spitze unserer Schule ab.
In den letzten  Jahren ist dann unter Herrn Schumacher-Conrad vor allen Dingen die aufwendige Renovierung weiter Teile der Schule zu nennen, besonders hervorzuheben ist hier die Restauration der schönen Fassade unserer Schule an der Friedrich-Ebert-Straße.

Letztlich sind wir heute,  für alle zugänglich, auch mit unserer eigenen Seite im Internet vertreten und damit weltweit bekannt.

für das NEG:  Hans-Martin Flaskühler

Daten zur Geschichte des Nikolaus Ehlen Gymnasiums (Auszug)

(Tabellarische Auflistung der wichtigsten Daten der Schulgeschichte)

  • Am 1. 04. 1950 ging das heutige Nikolaus-Ehlen-Gymnasium (NEG) aus dem damaligen koedukativen „Städtischen Gymnasium und Studienanstalt“ als selbständiges  Mädchengymnasium hervor, aus diesem Amtsakt ergab sich für uns der Anspruch unser 50jähriges Bestehen im Jahr 2000 zu feiern.                                   
  • Zunächst ein kurzer, allgemeiner  Blick in die  Velberter Gymnasialgeschichte:
  • 1843 Erste Erwähnung einer höheren Privatschule in Velbert, acht wohlhabende Bürger planen privaten Unterricht für ihre Töchter (es existiert angeblich ein Vertrag mit einem möglichen Lehrer)
  • 1846 Vertrag über eine höhere Privatschule mit einem Lehrer - Anfang von Privatunterricht in der Stadt Velbert
  • die folgenden Jahre liegen  z.T. im Dunkeln, nur vereinzelte Daten über ein höheres Schulwesen in Velbert lassen an einer Kontinuität zweifeln
  • 6. 02. 1902 Antrag der Stadt an die Provinzialbehörde in Koblenz auf Errichtung eines Realgymnasiums
  • Ostern 1903 Beginn des Unterrichts mit 41 Sextanern  (= offizieller Beginn der Velberter Gymnasialzeit)
  • Januar 1906 Bezug des eigenständigen Gebäudes mit Turnhalle an der heutigen Friedrich-Ebert-Straße (heutiger Altbau des NEG)
  • 1931 Aus Geldmangel der Stadt wird beschlossen,  die nun schon bestehenden zwei Gymnasien (Realgymnasium mit Realschule [Jungen] und Lyzeum [Mädchen] ) zusammen zu einer Schule zu legen
  • ab 1933 hat Velbert dann nur noch ein Gymnasium (Koedukation) (kurz nur noch Oberschule genannt) bis 1950
  • nach den Wirren der NS-Zeit (z.B.:„Hutten-Schule“ ab 1939) trägt das Gymnasium ab 1945 den Namen Städtisches Gymnasium und Studienanstalt (Trennung nach Geschlechtern in Unter- und Mittelstufe,  Koedukation in der Oberstufe)
  • Januar 1950:   „Um auf dem Gebiet der Jugenderziehung und der Mädchenbildung die Möglichkeit einer eigenständigen Entfaltung der verschiedenen Anlagen von Knaben und Mädchen zu ermöglichen, beschloss die Stadtvertretung am 10. 01. 1950 einstimmig, Gymnasium und Studienanstalt zu trennen und eine selbständige Höhere Mädchenschule zu errichten.“ Das Kultusministerium genehmigt von Beginn des Schuljahres 1950  die Trennung. 
  • Velbert hatte nach 1933 um ersten Mal wieder zwei höhere Schulen.
  • 1. 04.1950 Gründung unseres heutigen Gymnasiums
  • 1950 auch die Elternschaft entscheidet sich in einer Abstimmung mit großer Mehreit für diese neue Schule
  • 1. 06. 1950 Frau Dr. Martha Lindemann (zuletzt in Bremen-Vegesack, aber gebürtig im Bergischen Land) wird erste Schulleiterin des neuen Mädchengymnasiums Velbert
  • 1950 hat die Oberstufe lediglich 21 Schülerinnen in drei Klassen (Genehmigung einer Oberstufe deshalb nur für 5 Jahre)
  • 3. 04. 1951 Beschluss des Schulausschusses: „Städtisches neusprachliches Mädchengymnasium“
  • Einführung der neusprachlichen Form (auch mit der Anfangssprache Latein) entspreche der wirtschaftlichen Struktur Velberts - moderne Sprachen seien wichtig für die exportierende Industrie
  • der Unterricht der beiden Gymnasien findet bis zur Fertigstellung des neuen Gebäudes an der Poststraße (1964) im  Schulgebäude an der Friedrich-Ebert-Straße statt und zwar zunächst umschichtig morgens sechs Unterrichtsstunden zu 45 Minuten und nachmittags sechs Unterrichtsstunden zu 40 Minuten (strikte Trennung nach Jungen und Mädchen)
  • 3. 3. 1951 Entlassung der ersten Abiturientinnen der Schule (Beginn eine Tradition von Abschlussfeiern)
  • 1. 07. 1953 Einweihung des Erweiterungsbaus (6 Klassenräume - heutiger Zwischenbau an der Friedrich-Ebert-Straße); reicht aber noch nicht für zwei Gymnasien aus, weiterhin befindet sich die Schule in großer Raumenge 
  • 1954 Oberstufe hat schon 61 Schülerinnen, der Rat stimmt deshalb am 29. 03. 1955 der endgültigen Errichtung der Oberstufe zu, das Mädchengymnasium erhält so 1955 seine volle Selbständigkeit
  • 1961 Beginn des Baus des Gebäudes an der Poststraße (heute Gesamtschule)
  • November 1964 Umzug des Jungengymnasiums von der Friedrich-Ebert-Straße  an die Poststraße
  • 1965 Ingeborg Retzlaff neue Schulleiterin des Mädchengymnasiums (bis zur Pensionierung 1981)
  • 1. 08. 1972 Beginn der Koedukation, neuer Name: „Städtisches Gymnasium  Friedrich-Ebert-Straße“
  • 1981 Jürgen Wetschky neuer Schulleiter (bis zur Pensionierung 1994)
  • 23. 02. 1982 Namengebung nach dem ehemaligen Lehrer der Schule und Ehrenbürger Velberts „Nikolaus-Ehlen-Gymnasium“
  • 1995 Michael. Kunze neuer Schulleiter
  • 1997 Einweihung der neuen Turnhalle auf dem ehemaligen unteren Schulhof
  • Frühjahr  2000 Fertigstellung des Erweiterungsbaus und  50jähriges Bestehen der Schule
  • 1. 08. 2001 Herr Schumacher-Conrad löst den in Pension gehenden Schulleiter Michael Kunze an der Spitze unserer Schule ab
  • in den folgenden Jahren Renovierung weiter Teile der Schule, bes. hervorzuheben ist hier die Restauration der schönen Fassade unserer Schule an der Friedrich-Ebert-Straße.