Nikolaus-Ehlen-Gymnasium > Unterricht am NEG > Physik > Das X-Ray Museum mit dem X-Man

Das X-Ray Museum mit dem X-Man

Den Einstieg zu diesem beeindruckenden und informationsreichen Tag bildete der gemeinsame Treffpunkt des 12er GK’s und 13er LK’s Physik von Herrn Mittelstädt um 9 Uhr am Wuppertaler Hauptbahnhof. Nach einer etwa einstündigen Hinfahrt und einem kurzen Fußmarsch durch die äußerst ruhige Innenstadt Remscheids, kamen wir am modernen Röntgen – Museum an.
Gruppenfoto

Wir hatten gerade noch Zeit die obligatorischen Gruppenbilder zu machen, bevor wir die stilvoll eingerichtete Eingangshalle des Museums betraten. Nachdem wir unsere Taschen in einem Nebenraum abgelegt hatten, nahmen wir auf den weichen gelb – grünen Rolf Benz (!) Sitzgelegenheiten Platz und warteten begierig darauf, dass die Führung begann.

Für die Führung selbst wurden wir professionell in zwei Gruppen eingeteilt („Hier ist die Mitte, alle links gehen dahin, die anderen gehen dorthin!“), wobei ich selbst dem jüngeren Führer zugeteilt wurde, der eine beeindruckende Ähnlichkeit mit dem X – Man Wolverine (!) hatte. Als erstes lernten wir etwas über den Menschen Wilhelm Conrad Röntgen, der ohne Abitur von der Schule flog, da er fälschlicherweise für den Urheber einer Karikatur seines Lehrers gehalten wurde. Er studierte später dennoch in Zürich an der Technischen Hochschule ohne Abitur, da dort die Aufnahmeprüfung ausschlaggebender war als ein Abschluss. Röntgen war ein sehr sozialer, introvertierter und bescheidener Mann, der gerne wanderte (bestieg teilweise 4000 Meter hohe Berge), fotografierte und jagte, wobei er predigte, niemals umsonst zu töten.

Die Röntgenstrahlung entdeckter Röntgen, als er Kathodenstrahlung untersuchte. Der Raum war komplett abgedunkelt und die Hittorf – Crookesschen Röhre, mit der er arbeitete war ebenfalls mit dickem schwarzen Papier eingehüllt und trotzdem leuchtete ein mit Bariumplatinzyanid (reagiert auf Strahlung mit Leuchten) behandeltes Blatt auf. Er wusste, dass er eine neue Strahlung entdeckt hatte.

Seine soziale Ader äußert sich dahin, dass er kein Patent auf seine Entdeckung anmelden wollte, damit seine Erfindung schnell weite Verbreitung in der Medizin finden konnte. Überhaupt lebte er bescheiden und lebte nur von seinem Professorengehalt.

Neben den Vorträgen über Röntgen und seiner Strahlung war das Museum an sich auch interessant gestaltet. Man konnte bspw. seine Hand in einen Röntgensimulator stecken und dabei seine Knochen beobachten oder an einem Flipper mit Strahlung experimentieren. Der Tod spielte hierbei auch eine Rolle: Zur Veranschaulichung haben wir ein Plastikskelett und dessen Röntgenbild oder auch die Mumie Isis in ihrem Sarkophag gesehen. Traurig war die hohe Verstrahlungsrate der Menschen damals, da man sich über die Schäden nicht im Klaren war und deswegen Röntgenstrahlung an öffentlich Orten wie Schuhgeschäften oder Jahrmärkten einsetzte.

Aber trotzdem war es ein interessanter und gut gestalteter Vortrag in einem stilvoll eingerichtetem Museum, der viel Anschauungsmaterial wie den oben erwähnten Flipper oder den Simulator und andere Simulationen und kurze Filme bereithielt. Ein Besuch lohnt sich also, nicht zuletzt um das wahre Versteck der X – Men zu sehen.

Auf der Rückfahrt fuhren wir über die 107 m hohe Münsterbrücke (die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands), von der aus man einen wundervollen Blick in das Tal der Wupper hatte, der sich ebenfalls gelohnt hat. Einziges Manko an der Rückfahrt war der verpasste Zug, nachdem ein Gruppenteil zielsicher in die falsche Richtung gelaufen war. Das hatte allerdings keine weiteren Auswirkungen, außer dass die Leute, die schnell nach Velbert zurück wollten, um vom Vortrag zu berichten ihre Sprintkünste unter allgemeinen Augenaufreißen im Wuppertaler Hauptbahnhof zur Schau stellen mussten.

Adnan Halilovic, Stufe 12

Zurück