Spurensuche - Irgendwann im Nirgendwo
Reportage zu der Arbeit des diesjährigen Literaturkurses unter der Leitung von Frau Szymczak und Jo Rabe, freischaffender Theaterpädagoge, am neuen Stück " Spurensuche - Irgendwo im Nirgendwo"
Am Anfang bedeutete der Literaturkurs für viele aus der jetzigen Stufe 12 nur eine bessere Alternative im Vergleich zu den Fächern Musik und Kunst. Was es noch für sie bedeuten würde, sollte sich erst in Zukunft zeigen. Wir wollten neue Erfahrungen machen, vielleicht eine etwas andere Unterrichtsmethode kennen lernen, die freier und kreativer sein sollte, aber nicht alle hatten sich bereits mit dem Gedanken beschäftigt, später auch auf der Bühne zu stehen.
Freier, im Sinne von nicht so förmlich wie andere konservative Unterrichtsmethoden, war der Unterricht bei Frau Szymczak von Anfang an.
Das Jahr begann mit der Aufgabe, sich erstmal mit sich selbst auseinander zu setzen, indem man Gedichte las, selbst Texte verfasste und auf der Bühne zu bestimmten Themen improvisierte. Als dann Jo (Rabe) dazu kam, ein Theaterpädagoge, der uns bis zu unseren Aufführungen begleitet, wurde das Körperbewusstsein noch wichtiger. Dadurch sollten wir nicht nur selbstbewusster auftreten lernen, sondern uns auch selbst ein bisschen besser kennen lernen. Aber von Anfang an stand neben dem Mit-Sich-Selbst-Auseinandersetzen die Arbeit in der Gruppe im Vordergrund.
Zu Beginn jeder Unterrichtsstunde setzte man sich kurz im Stuhlkreis zusammen, so konnte gleich eine ganz besondere Arbeitsatmosphäre geschaffen werden. Man war offen für neue Vorschläge, Ideen für das Stück, offen für Texte von den anderen und überhaupt - offen für die anderen. Dieser Punkt war besonders wichtig.
Will man ein Stück zusammen entwickeln, ist jeder wichtig. Jede Rolle, jede Aufgabe. Wir mussten verstehen, dass wir von einander abhängig sind, auch, wenn der Unterricht generell freier gestaltet war.
Alle trugen die Verantwortung, bis zur Premiere ein gutes Stück zu entwickeln.
Das äußerte sich in vielen Extra-Proben am Nachmittag und einer Fahrt in das Gelände "St. Altfrid" in Essen, um weiter an den Rollen feilen zu können. Auf dieser Fahrt konnten wir uns alle gegenseitig auch noch ein bisschen mehr kennen lernen; denn um bei den Proben unterschiedliche Sachen auf der Bühne unbefangen ausprobieren zu können, musste man anfangen, den anderen zu vertrauen. Es war etwas anderes, als mit den Texten am Anfang, mit denen man sich den anderen öffnete. Es war eine neue Stufe, auf der wir einander alle annahmen, wie wir waren, und immer mehr zu einer Gruppe wurden.
Über Theaterarbeit haben wir viel von Jo lernen dürfen, der mit uns Aufwärmspiele sowie detaillierte Rollenarbeit übte, dabei geduldig war, aber trotzdem seine Meinung klar vertrat.
In diesem Jahr haben wir viel zusammen gelacht, viele Stunden zusammen verbracht, um die Idee des Stückes "Spurensuche" immer mehr auf die Bühne zu bringen. Die Geschichte von Jugendlichen, die zusammen in den Schwarzwald fahren. Die Fahrt verläuft anders als gedacht, sie lernen einander unter etwas anderen Umständen kennen und sind darauf angewiesen, aufeinander zuzugehen und sich gegenseitig zu vertrauen.
Was uns zu dem Thema gebracht hat, war die Frage, nach unserem Weg. Wir alle suchen unseren eigenen Weg, folgen dabei teilweise bestimmten Personen und hinterlassen dann irgendwann wieder unsere ganz eigenen Spuren. Diese Gefühle kennt jeder von uns. So auch die Jugendgruppe aus dem Schwarzwald.
Jeder von uns wird mit Sicherheit etwas aus dem Jahr für sich persönlich mitnehmen. Es gab Höhen und Tiefen, aber der Wille, ein gutes Stück vor den Sommerferien 2010 aufzuführen, stand immer. Die Proben waren oft lang, aber wir hoffen, dass sie sich letztendlich auszahlen. Sehen könnt ihr das Ergebnis an unserer Premiere, dem 8. Juli und unserer 2. Aufführung, dem 12. Juli.
Feststeht für uns auf jeden Fall, dass der Literaturkurs mehr war, als nur eine Alternative zu Kunst und Musik. Er gab uns die Möglichkeit, einen Ausgleich und Abwechslung zu den anderen Fächern zu haben und sich und die anderen Schülern bewusster wahrzunehmen, forderte aber auch viel Einsatz von jedem - nicht zuletzt von Frau Szymczak und Jo Rabe.

